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Von Trauma zu Berufung
Manchmal ist es nicht der Mensch vor dir, der dir Angst macht –
sondern die Geschichten in dir.
Ich verschloss mein Herz vor dem Mann, der mir damals schon Sicherheit schenkte –
und der heute mein Ehemann ist.
Denn mein Körper kannte nur Angst, sobald Nähe entstand.
Ich erinnere mich an einen Moment, wo ich im Bett lag. Mein Baby an meiner Brust. Alles müsste sich schön anfühlen und ich hätte schweben sollen. Stattdessen war mein Körper im Ausnahmezustand. Ich hatte Herzrasen und war stocksteif. Das Atmen fiel mir schwer und meine Gedanken überschlugen sich. Ich wollte nur weg. Jedes Mal, wenn mein Partner das Zimmer betrat, kam dieses Gefühl von Gefahr in mir auf. Ich wusste nicht weshalb, nur dass ich es nicht mehr ertragen konnte. Deshalb nahm ich damals mein Baby und floh zu meiner Mutter. Nicht vor meinem Partner, sondern vor dem, was er in meinem Körper auslöste. Als er mich einige Zeit später auf dem Handy anrief, um zu fragen, wo wir hin sind, fiel mir erst auf, dass ich nicht einmal richtig wahrgenommen hatte, wie ich zu meiner Mutter gekommen war. Geschweige denn, wieso ich plötzlich das Bedürfnis von Flucht hatte.
Denn, obwohl mein Leben von außen normal und ruhig wirkte, war in meinem Inneren ein riesiges Chaos und es fühlte sich an, als würde alles auseinanderfallen.
Ich war gerade zum zweiten Mal Mutter geworden und hatte eine großartige Familie. Ein sicheres Zuhause und rücksichtsvolle Menschen um mich herum. Also eigentlich genau das, was ich mir immer für mein Leben vorgestellt hatte. Aber trotzdem fühlte sich alles unsicher an. Ein Teil von mir war ständig in Alarmbereitschaft, als würde jederzeit etwas Schlimmes geschehen und ich müsste mich schützen. Ich wusste nicht, weshalb mich diese Gefühle erdrückten, nur dass ich sie nicht mehr kontrollieren konnte. Hier begann ich, an mir selbst zu zweifeln und mich zu verurteilen, für meine Panikanfälle. Irgendwas stimmte nicht mit mir.
Dann habe ich irgendwann begriffen: Es war weder mein Partner noch die Gegenwart, die sich so bedrohlich anfühlte. Es war meine Vergangenheit, die in meinem Körper noch immer die Kontrolle hatte und mich steuerte.
Es gab Dinge in meinem Leben, über die ich lange nicht richtig sprechen konnte. Erfahrungen, in denen meine Grenzen mehrfach überschritten wurden.
Erfahrungen, in denen ich mich ausgeliefert und ohnmächtig gefühlt habe. Wo mein Körper gelernt hat, still zu werden oder zu fliehen, um zu überleben. Danach konnte ich nur noch funktionieren. Durchhalten. Und mir selbst einreden, dass „schon alles irgendwie gut werden würde“.
Nur leider hatte mein Körper gespeichert, wie es sich anfühlt, wenn man nicht mehr atmen und entkommen kann. Vor allem aber, wie man sich selbst nicht mehr spürt. Und genau diese Erinnerungen kamen mir damals durch die erneute Schwangerschaft und die Geburt meines zweiten Kindes zurück. Nicht als klare Erinnerungen, sondern als Gefühle. Als Enge auf der Brust, die mich nicht richtig durchatmen ließ. Als Panikanfälle ohne sichtbare Auslöser. Als Misstrauen – selbst bei Personen, die eigentlich sicher waren.
Wenn ich meinen Partner ansah, war er ein Mensch, der mich nie verletzt hat. Und trotzdem reagierte mein Körper auf ihn, als würde er mein Leben bedrohen. Sodass ich immer wieder vor ihm zurückwich und fliehen wollte, während ich im ganzen Körper angespannt war. Dann kam mir immer wieder der Gedanke „Was stimmt nicht mit mir?“. Ich wusste doch, dass ich heute sicher bin. Aber mein Körper wusste es nicht. Ich glaube das war für mich das schlimmste Gefühl dabei: Wenn dein Kopf und dein Körper gegeneinander kämpfen und du zwei völlig verschiedene Wahrheiten erlebst, ohne zu wissen, was wirklich real war.
Irgendwann war ich an dem Punkt, wo ich spürte, dass mein innerer Kampf sich auf mein gesamtes Umfeld überträgt und auch meine kleine, neue Familie darunter litt. Ich konnte nicht mehr schlafen und hatte eine Mauer um mich gebaut. Es war ein Gefühl von absoluter Leere, aber gleichzeitig einem Chaos an Gefühlen. So fing ich an, mit meinem schlafenden Baby im Arm, verzweifelt nach Antworten zu suchen. Und genau dort begann meine Reise.
Durch Social Media begegnete ich meinem heutigen Mentor Daniel. Und obwohl sich zu dieser Zeit alles in mir gegen männliche Energie wehrte und starke Ängste auslöste, war da beim Zuhören seiner Videos ein Gefühl von Verbindung entstanden. Eine leise Stimme in mir gab mir den Auftrag, noch dieses eine Mal zu vertrauen.
Obwohl ich große Angst vor den Antworten von ihm hatte und was auf mich zukommen könnte, wenn ich meine Geschichte erzählte, begannen wir unsere Zusammenarbeit. Ich erinnere mich an die Zweifel daran, wie ich mit einem Neugeborenen auf dem Arm, meine Themen angehen sollte. Trotzdem schafften wir es, tiefe Traumaarbeit zu betreiben. Oft mit der Kamera nur bis zum Mund, da ich währenddessen das Baby stillte – total unperfekt und ohne schöne Coaching- Kulisse. Es war mitten im echten Leben mit all seinen Facetten.
Während des Coachings fing ich an zu verstehen, warum mein Körper so reagierte, und versuchte mich zu alarmieren. Ich lernte das Nervensystem kennen mit seinen Aufgaben und Motiven. Wie die Emotionen gespeichert werden und zu Reaktionen im Körper führen, wenn sie lange Zeit im Körper unterdrückt wurden – statt eines sicheren Raumes für die Verarbeitung zu bekommen.
Ich verstand auch, warum ich mich selbst nicht mehr „normal“ gefühlt habe.
Mein Körper war nicht gegen mich, sondern er arbeitete immer für mich. All das ist keine Schwäche, es war mein Schutz. Während dieser Sitzungen baute ich nicht nur eine neue Verbindung zu mir, meinem Körper und meinen Emotionen auf. Wir konnten auch etwas anderes Faszinierendes beobachten:
Wenn in mir starke, überwältigende Emotionen aufkamen, reagierte auch mein Baby im Arm. Es begann zu weinen und unruhig zu werden.
Und jedes Mal, wenn ich mich wieder beruhigen konnte und wir mein Nervensystem reguliert haben, beruhigte sich auch mein Baby wieder. Hier wurde mir etwas sehr Wichtiges klar: Alles, was wir in uns tragen an Gedanken und Emotionen, sind viel mehr als das. Es sind spürbare Energien, die auch auf unser Umfeld wirken – besonders auf unsere Kinder. Und genau hier wusste ich, dass es kein Zurück mehr gibt. Ich wollte noch tiefer in das Unterbewusstsein und die Funktionen der Emotionen eintauchen.
In den folgenden Monaten veränderte sich mein Leben. Nicht, weil plötzlich alles leicht oder vergessen gewesen wäre. Sondern weil ich begann, mich selbst zu verstehen. Ich hörte auf, mich selbst ständig zu verurteilen und entwickelte Mitgefühl für mich selbst und meine Reaktionen. Ich konnte wieder fühlen, ohne daran zu zerbrechen. Und ich begann, meine Grenzen endlich zu spüren und zu kommunizieren. Klarer und ehrlicher als je zuvor. Auch die Scham, die mich lange begleitete durch körperliche Übergriffe, konnte ich gehen lassen. Zum ersten Mal hatte ich das Gefühl, bei mir angekommen zu sein.
Der Moment, in dem ich wusste: Das ist mein Weg
Schon lange bevor ich selbst Coach geworden bin, haben mir Menschen ihre Geschichten erzählt. Es begann schon in der Schulzeit: sämtlichen Liebeskummer anderer fühlen und begleiten, Tränen trocknen und Ratschläge geben. Als auch auf Berufswegen über zehn Jahre lang, Menschen bei Krankheit, Verlust und Pflegebedürftigkeit zu begleiten und aufzufangen. Ich war oft genau diejenige, der sie ihre Sorgen und Ängste anvertrauten. Und obwohl ich schon immer mitfühlend geholfen habe, wurde mir durch meine eigene Reise erst so richtig klar, wie tief eine Begleitung wirklich gehen kann.
Wenn man versteht, welche großen Veränderungen es mit sich bringen kann, wenn man beginnt, seinen Körper zu verstehen. Vor allem aber, wenn man erkennt: Ich bin nicht falsch. Ich bin nicht kaputt. Sondern alles, was ich bin und wie ich reagiere hat einen Sinn. Man muss ihn nur erkennen.
Genau hier habe ich mich entschieden, die Ausbildung bei Daniel zu beginnen. Ich wusste ganz genau: Ich möchte lernen, andere Menschen auf ihrem Weg zu begleiten und wirklich etwas zu verändern.
Es gibt einen Satz, der mich auf meiner Reise besonders geprägt hat:
Es ist nie zu spät für eine gute Vergangenheit.
Natürlich können wir nicht verändern, was einmal passiert ist. Welchen Schmerz wir einmal gespürt haben oder welche schlechten Entscheidungen wir einmal getroffen haben. Aber wir können verändern, welche Bedeutung es heute für uns hat.
Heute weiß ich, dass ich nie zu viel war. Weder zu sensibel noch zu emotional oder zu kompliziert. Ich war nur eine Frau, dessen System gelernt hat, wachsam zu sein. Und genau das, was ich so lange als meine größte Schwäche empfunden habe, ist heute meine größte Stärke. Ich fühle tief und habe eine feine Wahrnehmung. Und genau das ist das Fundament meiner Arbeit geworden.
Wenn ich Menschen begleite, dann nicht von oben herab. Sondern von Mensch zu Mensch. Auch die größten Mentoren arbeiten selbst mit Coaches, weil persönliches Wachstum nie aufhört.
Ich weiß genau, wie es sich anfühlt, wenn man sich selbst nicht mehr versteht und fühlt. Wenn man sich fragt, warum man immer wieder unbewusst reagiert und sich so selbst im Weg steht.
Gleichzeitig weiß ich auch, dass Veränderung möglich ist. Jedoch nicht, indem man sich zwingt, positiv zu denken oder einfach zu verdrängen. Sondern indem man beginnt, sich selbst wirklich zu begegnen. Mit Ehrlichkeit und Verständnis. Vor allem aber mit ganz viel Mitgefühl.
Und vielleicht erkennst du dich jetzt in Teilen dieser Geschichte wieder. Dann möchte ich dir eines mitgeben: Du bist nicht falsch und du bist auch nicht kaputt.
Dein Körper hat Gründe für das, was er tut. Und er kann lernen, sich wieder sicher zu fühlen. Auch wenn es kein leichter Weg ist, aber es ist ein möglicher Weg. Und vielleicht beginnt er genau hier. Wenn du dich deiner Vergangenheit und deinen Verletzungen stellen willst, melde dich gerne für ein kostenloses Infogespräch hier:
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Über den Autor

Daniel Otmar
Er ist der Top-Experte beim Thema Herz öffnen & Emotionale Intelligenz. Jeden Monat erreicht er Millionen Menschen durch seine Events, Coaching Programme, Ausbildungen und Social Media Plattformen. Durch seine einzigartige Neuromatrix® Methode liefert er nachhaltige und tiefe Transformationen.
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